Einmal Oberhof und zurück mit TomTom Go 910
05.03.2007
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Ich hatte ja noch einen Nachbericht zu Oberhof versprochen und nach dem Aufruf heute bei Bitsundso, doch mal seine Erfahrungen mit Navigationsgeräten zu schildern, habe ich den Artikel jetzt mal vervollständigt, denn TomTom Go 910 hat auf diesem Ausflug für viele Fragezeichen gesorgt…
Meine erster Besuch einer Biathlon-Veranstaltung lässt sich in vier Worte fassen: „Klasse Veranstaltung, scheiß Wetter�.
Mit dabei waren die beiden Kollegen, ein TomTom Go 910 und, ab dem Zwischenstop bei meinen Eltern, auch eine Canon IXUS 60, weil der zerstreute Professor in mir doch glatt die EOS 350D zu Hause vergessen hatte. Leider ist die IXUS für Sportfotografie ziemlich ungeeignet.
Aber zum Navigationsgerät: Die erste Auffälligkeit zeigte der TomTom bei der Navigation von Frankfurt ins nördliche Oberfranken. Anstatt bis Lichtenfels auf der Autobahn bzw. der autobahnähnlich ausgebauten B173 zu bleiben, wollte er mit Gewalt die A3 bis Pommersfelden und dann über die B505 nach Bamberg fahren. Und auch, nachdem man sich gegen die Routenplanung des Geräts und für die eigene Erfahrung entschieden hatte, nutzte er die nächstbeste Möglichkeit, um wieder eine Bundesstraße vorzuschlagen – dieses Mal die B303 ab Schonungen. Beide Routen mögen unter Idealvoraussetzungen (Sonntag mittag, keine Laster und kaum Verkehr) schneller sein, was ich zumindest für die B303 auch bestätigen kann, aber an einem Donnerstagabend läuft das fast zwangsläufig darauf hinaus, nach wenigen Kilometern einen LKW vor sich zu haben. Hier scheint TomTom Bundesstraßen von der möglichen Durschnittsgeschwindigkeit zu gut und Autobahnen zu schlecht einzustufen. Eine intuitive Möglichkeit, dass zu ändern, findet sich aber nicht. Eine nicht-intuitive auch nicht, Handbuch war nicht zur Hand. Vermutlich geht es einfach nicht.
Auch sind die Ansagen mitunter eher verwirrend als hilfreich. Ist man erst einmal in Michelau, schlängelt sich die Straße in zahlreichen Rechts- und Linkskurven durch den Ort. Anstatt eine klare Anweisung zu bekommen, etwa in der Form „Folgen Sie der Straße für 2 Kilometerâ€? folgen Abbiegeanweisungen im Minutentakt – obwohl man eigentlich gar nicht abbiegt, sondern nur der Vorfahrtsstraße folgt.
Am nächsten Tag ging es dann weiter Richtung Oberhof, was sich Dank dem neuen und fast leeren Teilstück der A73 als sehr zügig herausstellen sollte. Das Wetter vor Ort zeigte sich dann aber von seiner bescheidenen Seite, die Organistation hingegen von ihrer Besten. Der Großparkplatz ist nur wenige Fußminuten vom Buspendel entfernt. Und der Pendel funktioniert auch wirklich. Mit einem Großaufgebot an Bussen werden die Massen ins Stadion und abends dann auch wieder zurück befördert – ohne lange Wartezeiten, auch auf dem Rückweg nicht. Vor der Rennsteig-Arena stehen immer gleich drei Busse, um die Zuschauer zu transportieren und dahinter mindestens noch einmal ebenso viele, die sofort vorfahren, wenn die anderen vollgepackt ihren Weg ins Tal antreten.
Wenn man, auch an der Strecke, einen guten Platz ergattern will, muss man definitiv frühzeitig am Start sein, vor allem bei den Herren, die noch weit mehr Zuschauer anlocken als die Damen. Wir hatten beide Tage Glück, von guten Positionen am Birxteig hatten wir einen idealen Blick auf die Strecke und die Läufer(innen). Auch ohne Videoleinwand war man fast immer auf dem aktuellen Stand, die Positionen wurden über Lautsprecher durchgegeben und das Schießergebnis bekam man direkt live durch die entsprechenden Rufe aus dem Stadion mitgeteilt. Nur wie knapp es bei den Platzierungen zuging erschloss sich einem nicht. Mit Zahlen hatte es der Moderator nicht so.
Auf dem Weg zum Hotel ins 30 Kilometer entfernte Arnstadt brillierte TomTom wieder mit einer Routenführung über Landstraßen, die man vor Ort wohl bestenfalls als „Schleichwegâ€? bezeichnet hätte, anstatt die zumindest vom Gefühl her schnellere Strecke über die A71 zu wählen. Mehr als „schnellste Routeâ€? kann man aber nicht einstellen…
Dahingegen überzeugte die Küche in der „Goldenen Henne�. Andernorts hätten wir aber wohl auch nichts zu essen bekommen. Das zweite Haus am Platz macht am Freitag um 17:00 Uhr den Ofen aus und auch die anderen Lokalitäten erweckten schon von außen den Eindruck, dass man nicht mehr wirklich auf Gäste wartet.
Das Wetter am Samstag war nicht wirklich besser und auch das Ergebnis war aus deutscher Sicht nicht ganz so dominierend als am Vortag mit dem Dreifachsieg der Damen. Um die schon stark in Mitleidenschaft gezogene Strecke bis zum Finale am Sonntag zu retten hatte man sich für die Herren für eine Streckenänderung entschieden und so quälten sich die Läufer gleich fünf mal an uns vorbei den Berg hoch.
Auf dem Rückweg nach Mainz gaben wir TomTom noch eine Chance und wollten, in weiser Voraussicht, den TMC Traffic-Receiver gleich mit anschließen, um vor unliebsamen Überraschungen in Form von Staus gefeit zu sein. Der Empfänger wollte aber nicht so recht. Zunächst beharrte TomTom darauf, es sei kein Empfänger angeschlossen. Nachdem der Grund gefunden war (das Gerät steckte nicht 100% auf der Halterung, der TMC-Receiver hingegen war richtig angeschlossen, eine passende Fehlermeldung wäre IMHO nicht zu viel verlangt) brachte das aber keine wirkliche Besserung. Nachdem das Gerät richtig befestigt war, nervte der Halter damit, immer wieder nach unten abzusacken. Fester stellen ließ er sich aber nicht. Und TomTom fand keinen Sender, dem er die gewünschten Informationen hätte entlocken können und beschränkte sich daher darauf, immer die nächstbeste Abfahrt von der Autobahn vorzuschlagen, um die Route über Landstraßen fortzusetzen. Das kannten wir ja aber schon – und waren entsprechend immun dagegen. In Würzburg hatte das 910 dann auch plötzlich einen Sender mit Verkehrsinformationen, kaum war man aus dem Großraum der unterfränkischen Stadt wieder draußen, war er wieder weg. Funktioniert wohl nur in Ballungszentren…
Es hatte aber gereicht um uns darauf hinzuweisen, dass es wohl um Aschaffenburg auf der Autobahn nicht so recht vorwärts ginge, ein Anruf beim ADAC brachte dann Klarheit, man würde schon den ganzen Nachmittag über die Radiosender verbreiten, dass man den Bereich meiden solle. Dumm, dass man davon bei SWR3, den wir mittlerweile aufgrund des nicht vernünftig funktionierenden TMC-Empfängers eingeschalten hatten, noch nichts gehört hatte. Aber wir waren ja informiert. Also in Rohrbrunn runter von der Autobahn und TomTom die Arbeit machen lassen. Hier brillierte das Gerät, kein Wunder, waren wir doch auf der Landstraße und damit der 910 offensichtlich in dem Element, für den er gebaut wurde.
Der Rest ist schnell erzählt, denn nachdem wir westlich von Aschaffenburg wieder auf die Autobahn aufgefahren waren, ging es staufrei heim nach Mainz. Das Fazit von Oberhof habe ich ja bereits oben gezogen, das für den TomTom fällt nicht so positiv aus, denn ohne die Möglichkeit, auf das Verhältnis, mit dem das Gerät Autobahnen gegen Landstraßen gewichtet, Einfluss zu nehmen, eignet sich das Navi, dessen Routenplanung an und für sich in Ordnung ist (was es ja bei der Stauumfahrung gezeigt hat), mit seinem penetranten Hang zu Landstraßen eher für den Sonntagsausflug, aber nicht dazu, um auf dem schnellsten Weg von A nach B zu kommen. Und eigentlich holt man sich genau dafür ein Navigationsgerät.
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