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Kein schönes Zuhause

11.04.2007 Ein Kommentar

Köln-Braunsfeld – Die Polizei warnt derzeit alle Verkehrsteilnehmer im Großraum Köln vor in Scharen auftretenden HTML-Tags und auch einzelnen Buchstaben. Gerade in den frühen Morgen- und Abendstunden würden sie zu Hunderten versuchen, die Straße zu überqueren, so eine Polizeisprecherin. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand seien die Tags auf der Flucht, so die Sprecherin weiter. Man prüfe derzeit noch, ob sie unter die Genfer Flüchtlingskonvention fallen würden und ob man aufgrund der Grausamkeiten, denen sich nach wie vor die Tags und Buchstaben ausgesetzt sähen, denen die Flucht noch nicht gelungen sei, analog zu „Verbrechen gegen die Menschlichkeitâ€? von einem „Verbrechen gegen das Internetâ€? sprechen müsse, dem sich der Toom-Baumarkt, dessen Homepage mittlerweile als Auslöser der Flüchtlingswelle ausgemacht werden konnte, hier schuldig gemacht habe. Leider seien aber Qualitätssicherung und Qualitätsstandards in dieser Branche vielerorts noch Fremdwörter und so sowohl den Betreibern als auch denen, die sich für die Erstellung verantwortlich zeichnen, mit rechtsstaatlichen Mitteln nicht beizukommen.
„Leider gibt es, anders als beispielsweise bei Autounfällen, noch keine Sachverständigen für Homepageunfälle. Sie wären aber dringend nötig, um solche Katastrophen mit den jetzt sichtbaren Folgen in Zukunft zu vermeiden und um endlich verbindlich die Grenzen des moralisch Vertretbaren abzustecken.�

Ein Tag, das anonym bleiben möchte, sagte gegenüber unserem Reporter: „Mittlerweile haben sich auch die ersten Buchstaben uns angeschlossen. Dem kleinen m und dem kleinen c sind bereits die Flucht gelungen. Wir wollen hoffen, dass auch die anderen, gerade das große M und das große C, welche derzeit gezwungen werden, die beiden zu vertreten, so schnell wie möglich aus dieser Hölle entkommen können!�
Erfolgreiche Flucht: Das kleine m und das kleine c sind bereits entkommen

Auf die Frage, warum sie auf der Flucht wären, entgegnete das Tag: „Möchten Sie in einer Wohnung leben, die den unvergleichlichen Charme der fünfziger Jahre versprüht? Auf einer abgewetzten Ledercouch spießig Kaffee trinken, den Blick unverwandt auf die überdimensionierte Blümchentapete oder die reinweißen, umweltschädlich gebleichten Gardinen gerichtet, um sich am Abend darüber zu freuen, dass sie durch drei Fernsehprogramme zappen können, von denen wenigstens eines mittlerweile mit blassen Farbtönen aufwarten kann? — Sehen Sie, wir auch nicht. Deshalb sind wir auf der Suche nach einer neuen Heimat bei Leuten, die etwas von ihrer Arbeit verstehen, die uns zweckbestimmt einsetzen und die mit ihrer Tätigkeit mehr als das Absitzen von Stunden in einem Großraumbüro verbinden.â€? Und fügte spitz hinzu: „Denn wir hatten kein schönes Zuhause!â€?

Weiterführende Informationen zum Thema erhalten Sie im Designtagebuch und bei Jens Grochtdreis.

[tags]toom-baumarkt, verbrechen, relaunch, xhtml, css, semantik, web 0.5[/tags]

1 Kommentar Kommentieren

  1. Afrika-Fan

    Wenn ich mir es richtig überlege, ich finde Häsuer grauenvoll… komfortable Gräber. Was würde ich dafür geben im angenehmen Klima den wesentlichen Teil des Tages unter freihen Himmel zu leben!


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