Der nächste bitte: www.infranken.de
Nachdem der Relaunch der Neuen Presse Coburg schon einige Zeit zurück liegt ist jetzt die zweite große oberfränkische Tageszeitung dran, der Fränkische Tag. Und die holen mal gleich zum Rundumschlag aus, indem sie die bisher eigenständigen Internetauftritte von Fränkischem Tag, Bayerischer Rundschau und Coburger Tageblatt unter einem Dach neu vereinen: infranken.de.
Anders als bei der Presse hat man bei infranken.de konsequent auf einen modernen Unterbau Wert gelegt. Es finden sich im Quelltext keinerlei Layouttabellen, aber auch keinerlei Überschriften erster oder zweiter Ordnung. Warum auch immer, es geht erst bei <h3> los. Dafür strotzt der Quelltext nur so vor Validierungsfehlern, 114 an der Zahl, das kann nur besser werden.
Im Hintergrund werkelt TYPO3, das nicht ganz unschuldig an der Validierungsmisere sein dürfte. Und auch der nächste Punkt dürfte zumindest in Teilbereichen zu Lasten des CMS gehen: Die Startseite beispielsweise ist unter mindestens acht URLs erreichbar:
- http://www.infranken.de/
- http://www.infranken.de/nachrichten.html
- http://www.infranken.de/nachrichten.htm
- http://www.infranken.de/nachrichten/
- http://infranken.de/
- http://infranken.de/nachrichten.html
- http://infranken.de/nachrichten.htm
- http://infranken.de/nachrichten/
Da hat wohl jemand die Unterrichtseinheit Kanonische Adressen übersprungen.
Nett ist das Feature, Nachrichtenblöcke nach persönlichen Vorlieben durch ein paar Klicks zu verschieben, was aber ausschließlich über Javascript realisiert wird. Ohne Scriptunterstützung im Browser fehlen die entsprechenden Icons und die Blöcke werden standardmäßig angeordnet. Hier wäre eine Cookielösung sicherlich vorzuziehen, auch wenn das ganze einen Browserneustart überlebt, zumal man sich im zugehörigen Blog Barrierefreiheit zwar auf die fränkische Fahne schreibt, davon aber in etwas genau so weit entfernt ist wie von einer sauber validierenden Homepage. Ohne Javascript ist es beispielsweise nicht möglich, auf drei der vier Topnews zuzugreifen, die normalerweise im Wechsel eingeblendet werden.
Aber anders als bei der Presse wird im Blog auch versprochen, dass das ganze „Work in progress” sei. Bei der Konkurrenz hat sich nämlich seit dem Launch so ziemlich gar nichts mehr getan, wollen wir hoffen, dass das bei infranken.de anders aussieht.
Denn optisch ist das ganze meilenweit vorne, alles wirkt aufgeräumt und gut durchdacht, auch wenn man sich bei der Optik und im speziellen beim Logo etwas (zu sehr) von der Web2.0-Schiene hat inspirieren lassen.
Trotzdem, unter der Haube gibt es noch einiges zu tun. So auf die Schnelle fällt auf:
Die Subnavigation im Header wäre besser als eine korrekt verschachtelte Liste ausgebildet, anstatt Haupt- und Unternavigation in isolierte div-Container zu stecken, in der dritten Ebene geht es doch auch!
Warum der Link zu klartext nicht Teil der Liste ist lässt sich darüber hinaus auch nicht durch Logik begründen. Ein Alternativtext für das verwendete Bild wäre darüber hinaus begrüßenswert.
Die beim Hover der Hauptnavigation wechselnden Hintergrundfarben erscheinen mit deutlicher Verzögerung. Zum einen könnte man hier im CSS eine an den im Bild vorhandenen Verlauf angepasste Farbe definieren, die zumindest mal verhindert, dass dann weißer Text auf weißen Hintergrund steht. Und man könnte auf CSS Sprites zurückgreifen, was nicht nur die Blitzer verhindert, sondern auch die HTTP-Requests minimiert.
RSS-Feeds wären super und wären ein echtes Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz.
Und auch die journalistische Qualität lässt zu wünschen übrig, dabei ist das doch so einfach: Wer, was, wann, wie, wo? Wo denn, also in welcher Stadt, ist denn die Sparkasse überfallen worden? Eine „Lange Straße” dürfte es in zahlreichen Orten geben, damit ist niemandem wirklich geholfen (die Lösung lautet übrigens „Bamberg”, ich will aber eigentlich nicht alte Meldungen durchforsten müssen, um das in Erfahrung zu bringen).
Das ist das private Weblog von Matt Slovig. Ich verdiene meine Brötchen als Webdeveloper in der Druckvorstufe, versuche seit fast zehn Jahren, Baseball & Softball, unter anderem als Stadionsprecher der Mainz Athletics (Deutscher Meister 2007), einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen und sollte nach 15 Jahren mal wieder Geld in ein neues Bild investieren.
Donnerstag, 6. November 2008 um 20:05
Ja ich habe mit diesem grandiosen Sieg von Barack Obama gerechnet.Er hat das Karisma eines John F. Kennedy den ich schon als Kind mit 9 Jahren vereehrt habe und der mich heute noch fasziniert.Ich wünsche mir nur daß Obama nicht das gleiche Schicksal ereilt wie damals Kennedy, und das er das umsetzen, kann was er sich für seine Regierungszeit vorgenommen hat.
Donnerstag, 13. November 2008 um 11:51
In den meisten Punkten gebe ich Ihenen Recht.
Jedoch springt nicht der FT auf eine Web 2.0 Schiene, sondern Sie sind vielmehr auf den Ich-habs-als-Web2.0-Logo-erkannt-Zug aufgesprungen.
Nur weil ein Logo einen Verlauf hat oder in gewisser Weise plastisch wirkt, ist das kein Web 2.0-Logo.
Verläufe, etc haben doch rein garnichts mit den Erscheinungen des Web 2.0 (CrowdSourcing, UGC, OpenID,…) zu tun. Sie sind vielmehr eine Anpassung an modernen Geschmack.
Wenn Sie Zeit finden, lesen Sie doch bitte hierzu einmal diese Lektüre:
http://www.designtagebuch.de/die-web20-schublade/
Ansonsten ein ordentlicher Artikel :-)
Mittwoch, 26. November 2008 um 22:34
[...] hat man mein Feedback bezüglich des Relaunches der Internetauftritte von Fränkischer Tag, Coburger Tageblatt und Bayerischer Rundschau noch wohlwollend zur Kenntnis genommen, getan hat sich seitdem – richtig – nichts. Kein RSS, keine [...]
Samstag, 13. Dezember 2008 um 14:35
Kleine Anmerkung: TYPO3 schreibt man TYPO3 (also Groß), so viel Zeit muss sein. Und im übrigen bekommt man wehr wohl validen Quelltext mit TYPO4 hin, wenn man denn weiß was man tut.