Ich neige bei Büchern nicht zu Offline-Spontankäufen. Keine Ahnung wieso, aber bei Büchern von Simon Beckett verhält sich das komischerweise anders. Die Chemie des Todes habe ich mir nach einer Zugfahrt spontan im Bahnhof gekauft, da mich der im DB mobil veröffentlichte Ausschnitt neugierig gemacht hatte. Das Gesamtwerk fand ich dann nicht so toll, aber das ist hier nicht das Thema.
Nachdem meine aufkommende Erkältung auch am Freitag nicht besser war und mir klar wurde, dass es besser wäre, das Bett zu hüten, war ich am Freitag morgen noch kurz im Supermarkt, um mich mit Taschentüchern einzudecken. Taschenbücher standen eigentlich nicht auf meiner Einkaufsliste, aber mein Blick fiel auf die dortige Trivialliteratur und ganz oben stand Kalte Asche. In der Aufmachung wie sein Vorgänger hätte es zumindest für mich den Aufkleber „Die Fortsetzung von ‚Die Chemie des Todes’� nicht gebraucht. 430 Seiten stark, genau das richtige für ein Wochenende, das aus dem Wechsel zwischen Bett und Couch bestehen dürfte.
Die zweite Story mit dem Rechtsmediziner David Hunter dreht spielt nahezu komplett auf der zu den äußeren Hebriden gehörenden schottischen Insel Runa, wobei es sich aber um einen Übersetzungsfehler handeln dürfte.
Asche zu Asche, Staub zu Staub, Leben zu Tod
Asche ist alles, was von ihr übrig geblieben ist. Fast alles. Als der Rechtsmediziner David Hunter die Überreste der Frau in einem verfallenen Cottage auf der schottischen Insel Runa zum ersten Mal erblickt, weiß er sofort: Dieser Tod war kein Unfall. Er will seine Erkenntnisse dem Superintendent mitteilen, doch die Leitung bleibt tot. Ein Sturm hat die Insel von der Außenwelt abgeschnitten. Da geschieht ein weiterer Mord…
Ich weiß nicht, wie das passieren kann, aber der Autor des obigen Klappentextes hat leider vergessen, das Buch zu lesen. Ich will hier aber nicht unnötig spoilern. Das Buch ist kompakt und spannend geschrieben, manchmal nerven die Cliffhanger am Ende eines fast jeden Kapitels aber dann doch – vor allem, wenn man das Buch mal aus der Hand legen will oder muss. Beckett’s Schreibstil fasziniert, zieht einen in den Bann, man fühlt sich förmlich, als wäre man selbst auf der vom Sturm gebeutelten Insel. Nur manchmal scheint sich alles etwas zu sehr auf die Hauptfigur Dr. Hunter zu konzentrieren, der Unglücke in diesem Band magisch anzuziehen scheint.
Wenn man am Ende alles weiß – oder auch nicht – fallen vor allem Parallelen zum ersten Roman aus Stieg Larsson’s Trilogie auf. Und leider auch zu „Die Chemie des Todesâ€?, gerade was den Täter angeht. Irgendwie war mir das schon zu Mitte des Buches klar. Tut aber am Ende dem Ganzen keinen Abbruch, für ein längeres Wochenende ist auf jeden Fall für spannende Unterhaltung gesorgt. Mal sehen wie es weiter geht.
Fand / Finde “Kalte Assche” als das beste Buche der Trilogie. “Leichenblässe” fällt imho gegenüber “Chemie des Todes” sogar noch um einiges ab…..