Das Alabastergrab – Frankenkrimi
06.06.2009
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Ich habe, schon vor einiger Zeit, mal wieder ein Buch gelesen. Das mach ich ab und zu, denn ich bin zwar kein digitialer Immigrant sondern Ureinwohner, bin mir aber dennoch bewusst, dass es da draußen auch noch sowas wie Realität gibt.
Im konkreten Fall ging es um „Das Alabastergrab� von Helmut Vorndran. Ich lese ja sehr gerne Krimis mit regionalem Bezug, primär aber aus dem Norden Deutschlands respektive Europas, beispielsweise von Håkan Nesser oder Ulrich Hefner. Dieses Mal also ein Buch aus einer Gegend, die ich, zumindest teilweise, kenne wie meine Westentasche.
Das Buch ist spannend geschrieben und lässt sich flüssig lesen – allerdings erst ab dem Zeitpunkt, als Kommissar Haderlein seinem Lagerfeld genannten Hilfssheriff dazu zwingt, hochdeutsch zu sprechen. Denn so sehr man auch selbst des fränkischen Dialekts mächtig ist – zu lesen ist dieser immer ein Graus. Und man sollte über die komischen Abstecher von Vorndran ins Internet hinwegsehen, technisch gut gemachte Finessen sind in Krimis aktuell eher die Ausnahme. Auch mit real denkenden Tieren – und damit meine ich nicht Haderleins Hausschwein Riemenschneider – habe ich so das ein oder andere Problem, passt es doch so gar nicht in die normale Erzählperspektive.
Ansonsten ist aber Vorndran ein gutes Erstlingswerk gelungen, in dem Haderlein und Lagerfeld einen durch unglückliche Zufälle entstandenen Sumpf trockenlegen. Und wenn Haderlein, blind vor Liebe, auf dem Coburger Bahnhofsvorplatz mit einem Radfahrer zusammenstößt, kann man sich das ganze wirklich bildlich vorstellen. Alabstergrab macht auf jeden Fall Lust auf mehr.


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