Mit der Straßenbahn in Düsseldorf in die falsche Richtung fahren? Well, there’s an App for that!
Mein Ausflug zur beyond tellerrand war für meine Verhältnisse extrem gut vorbereitet:
- ich habe vorher ein Hotelzimmer gebucht
- ich habe mich vorher für HandyTicket angemeldet
- ich habe mir vorher die App des zuständigen Verkehrsverbundes VRR installiert
- ich hab mir sogar vorher ein Bild davon gemacht, wie die Haltestellen heißen
Kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen, oder? Nun, da hab ich die Rechnung ohne die App gemacht.
Die Anforderung lautet:
Am Sonntagmorgen um acht Uhr von „Oberbilker Markt” nach „Jacobistraße”. An der Haltestelle angekommen gibt es zwei Gleise, eines mit Endhaltestelle ‘Am Steinberg’, eines mit ‘Brehmplatz’. Na dann ist das ja schon mal klar. Das Gleis heißt zwar ‘Bahnsteig 4′, aber das sind ja eher Kleinigkeiten. Gefühlt ist das zwar die falsche Richtung, aber da ist ja ein Umstieg mit dabei, vermutlich ist es einfach die schnellste Strecke. Die Bahn kommt und hält an keiner einzigen Haltestelle, die „Lindemannstraße” heißt. 7:59 ist mittlerweile auch deutlich durch als die Stimme vom Band meint „Am Steinberg. Endhaltestelle. Bitte alle aussteigen.”.
Na super. Um halb zehn fängt der Workshop an und ich bin vermutlich am anderen Ende der Stadt. Zunächst wollte ich aber erstmal klären, warum dem so ist. Und hier kommt der eigentliche Grund für diesen Post:
„If your app sucks you better have great employees”
Und die hat die Rheinbahn. Auf jeden Fall diejenigen, die ich an diesem Sonntagmorgen kennen lernen durfte. Der Fahrer meiner Bahn informiert mich zunächst, dass ich die falsche Richtung genommen habe, denn beide Richtungen heißen mitunter ‘Am Steinberg’ [1]. Zusammen mit seiner Kollegin, die noch Pause macht, kommt man dann zum Schluss, dass es am besten ist, direkt wieder mit ihm zurückzufahren und diesmal wirklich „Lindemannstraße” auszusteigen und anschließend mit der 12 oder der 3 [2] zum Ziel „Jacobistraße”. Long story short: Ich war rechtzeitig am Jacobihaus, um für meinen Workshop einzuchecken.
Was mich am meisten beeindruckt hat war die Hilfsbereitschaft, die mir von Seiten des Fahrpersonals entgegengebracht wurde, um mir bei meinem Problem zu helfen. Und wie gut diese die eigene Stadt kennen. Und das ist alles andere als selbstverständlich, in München schon selbst erlebt, aber das ist eine andere Geschichte.
[1] Auf dem Weg zum Smashing Meetup habe ich dann auf einem Aushangfahrplan gesehen, dass die offizielle Zielbezeichnung „Am Steinberg ü. Brehmplatz” lautet. Anzeigen an der Haltestelle und Zielschilder lauten aber auf „Brehmplatz”. Hier besteht meiner Meinung nach dringend Handlungsbedarf – bei der App und direkt vor Ort.
[2] Verkehrsverbünde sind leider ein Plage, wenn es um Linienbezeichnungen angeht, weil die traditionellen in den Köpfen einfach nie verschwinden.
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