Exot im -Zoo: Nexus 7

Nexus-7

And now to something completely different…

Während ihr euch alle über das Longphone new iPhone iPhone 5 auslasst habe ich mir vor einigen Tagen was neues für meinen -Zoo geshoppt.

Jeder gute Zoo-Direktor will natürlich den ein oder anderen Exoten haben und deshalb habe ich jetzt ein Nexus 7. Was prompt dazu geführt hat, dass ich gefragt wurde, ob ich schon beim Arzt war.

Allgemeiner Eindruck

Und ich muss sagen, ich bin echt angetan. Das Nexus 7 läuft ja mit Jelly Bean und Project Butter tut sicher sein übriges um eines der größten Mankos, mit dem Android-Geräte bisher geplagt waren, zu beheben: Die Reaktionsgeschwindigkeit. Auf dem Nexus 7 ist es in der Tat wie man es von iOS gewohnt ist: Man tippt auf irgendwas und es tut sich sofort was. Es gibt nämlich nichts schlimmeres bei Touch-Oberflächen als das man tippt und es tut sich erstmal sekundenlang nichts, weil das Gerät lahmt.

Display

Das Display macht einen guten Eindruck. Ich habe mich jetzt nicht informiert, wie nah es an Retina-Auflösung dran ist, aber ich bin da auch nicht so überempfindlich. Ich habe gestern nebenbei Apples iPhone 5 Keynote in HD darüber angesehen. Und es spiegelt halt, wie sich das heutzutage so gehört, aber auch da bin ich zum Glück nicht picky.

Bücher werde ich aber nach wie vor auf meinem Kindle lesen.

Datenübertragung

Dabei ist es gar nicht so einfach, so ein Buch auf das Nexus zu bekommen. Zumindest nicht in einem reinen Mac-Haushalt. Zwar meldet das Gerät, es wäre jetzt als Mediengerät angeschlossen, wenn man es über USB verbindet, aber es taucht kein Volume im Finder auf, auf das man Dateien schieben könnte. Aus unerfindlichen Gründen braucht man das kostenlose Filetransfer-Tool, um das zu bewerkstelligen.

Und das ist auch noch buggy, so sehe ich den Ordner eBooks, den es auf dem Nexus gibt, im Tool nicht und muss Bücher entsprechend in andere Ordner packen.

Software

Drittanbieter

Auch ein eher komplexes Thema. Der Google Play Store ist voller Schrott, die Empfehlungen der Redaktion sind zu 90% Spiele. Man muss sich also durch diverse Blogs und Foren wühlen wenn man einen vernünftigen eBook-Reader oder Podcast-Client sucht.

Die gute Nachricht: Alle wichtigen Programme gibt es auch für Android. Dropbox, 1Password oder die Tools für meine Synology, um nur einige zu nennen.

Android himself

Mir fehlt ja schon dieser Button auf der Frontseite des Geräts. Mit diesen Softkeys werde ich nicht so richtig warm. Jedes Mal, wenn das Nexus auf dem Tisch liegt, muss man an der Seite irgendwie nach dem Schalter fummeln, um es einzuschalten. Und dieser Zurück-Key macht auch die meiste Zeit eher was er will als das, was man von ihm erwartet.

Ansonsten ist die Software wie schon erwähnt zügig unterwegs. Mit der Tastatur stehe ich aber auf Kriegsfuß, sie scheint Anschläge zu verschlucken. Was auch nervt:
Im einem Eingabefeld, z.B. für eine E-Mail-Adresse, blinkt bereits der Cursor, man muss aber nochmal in dieses Feld tippen, damit auch die Tastatur erscheint.

Zu den Dingen, die ich unter iOS gerne hätte, zählt ganz klar die Wahlfreiheit beim Browser. Was ich nicht brauche ist dieser Homescreen (der auch aus unerfindlichen Gründen nicht rotiert), den man sich mit allen möglichen Widgets zupflastern kann.

Das Notification-System von Android wird ja darüber hinaus immer wieder gelobt. Ich finde es eher anstregend, das hier jede Software mehr oder weniger sinnvolle Infos reinmalt, etwa der Play Store, dass er ein Programm installiert hat, das ich vor zwei Sekunden selbst angetippt habe, damit genau das geschieht.
Und wenn man nicht regelmäßig aufräumt hat man sehr schnell eine unübersichtliche Menge an Icons am oberen Bildschirmrand kleben.
Eine Möglichkeit, Apps zu untersagen, eine Notification zu senden, habe ich nicht gefunden.

Eines muss Google aber noch dringend in den Griff bekommen: Diesen Wildwuchs in der Optik. Ich hatte die Tage das Android-Telefon vom Seniorchef in der Hand, um da irgendwas mit den Mails einzustellen und das sieht komplett anders aus. Schlimm, sowas.

Hardware

Der Formfaktor ist gewöhnungsbedürftig. Hat zwar Hosentaschenformat, ist aber für ein Telefon zu groß und für ein Tablet zu klein. Auf der jetzt anstehenden Smashing Conference werde ich aber mal testen, wie gut man damit über den Tag kommt, auch was den Akku angeht, denn ich hatte schon den Eindruck, dass der eher schwach dimensioniert ist.

Ansonsten ist das Gerät gut verarbeitet, ich hab nur nicht verstanden, warum der Aufkleber mit der Seriennummer so aussieht, als wäre er nur ein Schutzaufkleber. Hab den nämlich prompt gleich abgezogen.

Konnektivität

WLAN ist drin, NFC auch. 3G oder generell Mobilfunknetz fehlt (noch), was es für den Pendler eher schwer macht, das Nexus als Surfstation in der Bahn zu verwenden.

Fazit

Vielleicht das erste Gerät, das man ernsthaft als Alternative zum iPad empfehlen kann, auch wenn ich es derzeit nur zum lesen meiner Mails benutze und dafür 200 Euro eher etwas zu teuer sind.

Aber die Möglichkeiten sind ja quasi grenzenlos. Wer gute Tipps für Android-Blogs hat, die man in den Feedreeder packen sollte, bitte in den Kommentaren.

  1. · 08.10.2012 um 20:52 ·

    Hi,
    also Tipps für den Feedreader:
    mobiflip.de
    android-hilfe.de
    xda-developers.com

    bei mir hat das ipad 3 ausgesorgt, weil ich am Abend einfach im Bett keinen Platz für das schwere iPad finde. Das Nexus liegt am Rand, und ich kann es in einer Hand halten und darauf surfen oder podcasts hören. optimal.

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