Blogpotato

Atlantic Dream 2008

New York, New York

Tag 1 – New York

Urlaub! Schon wieder USA? Naja, man muss den schwachen Dollar nutzen, solange es ihn noch gibt. Dieses Jahr ist nach zweimal Westcoast wieder die Ostküste dran, es geht von New York nach Miami. Dazwischen liegen unter anderem Washington, Miami und New Orleans. Bis zur Bundeshauptstadt ist das ganze aber mehr oder weniger bekanntes Territorium – auch wenn das elf Jahre her ist.

Los geht es aber in Mainz, mit der MVG zum Hauptbahnhof und von dort mit der Bahn an den Flughafen. Für 3,60 Euro der mit Abstand billigste ‘Parkplatz’. Wir sind eigentlich viel zu früh und an den Schaltern von Delta Airlines ist, abseits der Hauptreisezeit, auch nichts los. Naja, die Zeit geht irgendwie rum und ehe man sich versieht sitzt man an Bord einer Boeing 757-200 auf dem Weg nach New York. Der Typ links neben mir schwätzt konsequent englisch, nutzt dann aber für das Touchscreenmenü am Sitzmonitor, der bei ihm aber nicht funktioniert, auf deutsch. Naja, jeder wie er meint. Die Maschine ist mit desen Touchscreens an jedem Sitz ausgestattet, neben Spielen gibt es auch Radioprogramme und Filme – on demand und nicht wie früher, wenn die Bordcrew Bock hat, kann man unter anderem Indiana Jones sehen. Ich höre mich lieber durch meine Podcasts, da vergehen die neun Stunden auch im wahrsten Sinne des Wortes wie im Flug.

Wir notieren die schnellste Einreise in die USA. Offensichtlich waren kaum US-Staatsbürger an Bord und so werden wir an den Schaltern, die eigentlichen diesen vorbehalten sind, mit abgefertigt. Der Einreisebeamte hat sichtlich Spaß, meint nach Blick in die Pässe: „Ah Germany. Fränz Beckänbauä� und wir brauchen keine fünf Minuten für den ganzen Prozess. Die Koffer sind auch schon da, ab zur Ground Transportation und Shuttle zum Hotel buchen. Das dauert dann. Der Typ am Schalter macht einen sichtlich überforderten Eindruck. Der Aufforderung zum Hinsetzen kommen wir nach neun Stunden Flug nicht nach und beim Dummrumstehen kommt irgendwer mit DERTOUR-Schild und fragt, ob wir auch zu der Miami-Reisegruppe gehören würden. Miami stimmt, aber unsere Namen sind nicht auf der Liste und ich hatte auch keinen Abholservice erwartet. Außerdem mein Shuttle schon bestellt. Da aus der Gruppe, zu der wir nicht gehören, auch welche ins selbe Hotel müssen nimmt man diese Vorarbeit dankend ohne das Wort eines Dankes an und packt gleich noch Gäste mit anderem Fahrziel oben mit drauf, bevor es los geht. Angeblich hat der Fahrer damit zehn Leute, aber die Rechnung ohne die zwei gestressten Personeneinsammlerinnen von DERTOUR gemacht. Die schicken nämlich zwei mehr mit raus und wir quetschen uns somit zu zwölft plus Fahrer in den blauen SuperShuttle-Bus.
Wir brauchen eine knappe Stunde durch New York, zumal wir vorher ja noch am Walldorf-Astoria vorbei müssen. Im Excelsior, das unser Hotel für die nächsten zwei Nächte sein wird, steht die ganze Lobby voll deutschsprachiger Touristen und eine sehr bestimmend auftretende Reiseleiterin erklärt in einem unsympatischen, fast schon befehlsmäßigen Ton gerade die Modalitäten der Reise. Als sie erwähnt, dass die weißen kleinen Zettelchen für das Frühstück sind, fällt mir ein Stein vom Herzen. Nicht unsere Reise. Kein Frühstück gebucht ;-)

Um die Ecke steht dann auch Roger von New World Travel, von dem wir unsere Schlüssel bekommen, den Kram aufs Zimmer bringen und uns dann bei ihm einfinden, um uns über fakultative Möglichkeiten zu informieren, da die beiden Tage in New York frei planbar sind. Für den Mittwoch Abend entscheiden wir uns für Top of the Rock, die noch recht neue Aussichtsplattform auf dem Rockefeller-Center. Das Hotel liegt in der 81. Straße direkt am Central Park und wir machen uns zu Fuß auf den Weg in die 50. Straße, wobei wir am Südende des Parks gekonnt am Applestore vorbeirennen. Das funktioniert, wenn man am Plaza-Hotel vorbeigeht und nicht direkt in die 5th Ave. einbiegt, da der Glascube dann durch Bäume verdeckt ist.

Da wir im Urlaub sind und nicht auf der Flucht dämmert es schon, als wir am Rockefeller sind. Der Eingang ist ziemlich gut versteckt, man sollte nach dem roten Teppich in der 50. Straße Ausschau halten, wenn man von der 5th Avenue kommt. Tickets gibt es im Keller, der Fahrstuhl fährt im ersten Stock, wir haben aber schon von Roger einen Voucher bekommen, den wir im Erdgeschoß nur entsprechend umtauschen möchten. ‘Nur’, wenn da die lieben deutschen Mitbürger nicht wären. Direkt vor uns löst ein Päärchen den Voucher ein und will dann morgen hochfahren. Vorher fragen ob das geht ist eine gute Möglichkeit, um nicht die ganze Abfertigung zu blockieren. Man möchte sich fast dafür schämen. Irgendwann haben wir dann unsere Tickets und es geht nach oben. Wir hetzen durch die Erinnerungs-Abteilung („kostenlose Photosâ€? und so) und oben angekommen bietet sich ein fantastischer Blick über das in der Nacht versinkende New York, was großartige Bilder ermöglicht – selbst ohne Stativ.