Blogpotato

Atlantic Dream 2008

Im Mississippi-Delta

Tag 11 – New Orleans

Am frühen Nachmittag erreichen wir die Stadt am Mississippi, der Katrina so viel Schaden zugefügt hat. Unserem Hotel im Warehouse District sieht man das aber nicht an und auch das bekannteste Viertel von New Orleans, das French Quarter, ist nicht wirklich vom verheerenden Wirbelsturm gezeichnet, da dieser, wie wir später erfahren sollen, den Altstadtbereich fast gänzlich unversehrt gelassen hat.

Wir machen uns gegen Abend dann mit dem Rest auf den Weg zur Mississippi-Dampfer-Rundfahrt, ohne aber selbst daran teil zu nehmen. Stattdessen erkunden wir die Stadt auf eigene Faust, die Gassen im French Quarter sind unser Ziel. Herrliche Häuser gibt es dort zu sehen, viele verziert mit schmiede- oder gusseisernen Balkons und, das verdankt die Stadt der Zeit, als sie der spanischen Krone unterstand, vielen schönen Innenhöfen. Das Leben steppt aber in New Orleans in genau einer Straße: Der Bourbon Street. Das ganze ist im Prinzip eine mehrere Blocks lange Amüsiermeile, auch hier darf Bier auf der Straße konsumiert werden und, absolut untypisch für die USA, finden sich in dieser Straße nicht nur die besten Restaurants, sondern auch Teile des Rotlichtbezirks, mitunter Tür an Tür, was immer auffälliger wird, je später der Abend wird. Roger vergleicht das ganze etwas mit der Herbertstrasse in Hamburg – kann ich nichts zu sagen, war ich noch nicht. Und mit Fasnacht respektive Karneval – kann ich was zu sagen, war ich schon. Und nein, wie Fasnacht ist es nicht.
Und das liegt weniger daran, dass die Leute nicht wirklich verkleidet sind, sondern an der nicht vorhandenen Atmosphäre der Straße. Überall schallt einem übertrieben lautstark mehr oder weniger schlechte Musik in die Ohren, die Boxen sind direkt auf die Straße gerichtet und man versucht fast zwanghaft Alkohol und Nutten an den Mann oder die Frau zu bringen. Was dem ganzen darüber hinaus einen deutlichen Abbruch tut ist das amerikanische Verständnis von Fußgängerzone: Die endet nämlich immer an der nächsten Querstraße und es ist einfach nervig, jedes Mal auf Autos aufpassen zu müssen, auch wenn die Amerikaner sehr rücksichtsvoll Auto fahren.