Tag 13 – Pensacola Beach
Das Queen & Crescent Hotel in New Orleans ist eine Zumutung. Und das mag sich jetzt wie Jammern auf hohem Niveau anhören, wenn man bedenkt, dass Rebecca in ihrem Zimmer beispielsweise genau ein Fenster hat, das zehn Zentimeter von der nächsten Hauswand entfernt ist, die Abdeckung des Lüftungsschacht fehlt und sie somit jedes Wort im Nachbarzimmer hört und zu allem Überfluss aus dem Schacht auch noch irgendwelches Getier gekrabbelt kommt.
Aber auch wenn man ein Zimmer hat, das mit Fenstern ausgestattet ist wie beispielsweise unseres, ist es fraglich, ob man es wirklich besser erwischt hat. Wir sind auf dem vierten Stock und direkt vor unserem Fenster sind die Strahler, die das Hotel beleuchten, angebracht. Die Vorhänge schließen nur mäßig und so ist es selbst um Mitternacht noch taghell im Zimmer. Außerdem zieht es von irgendwoher. Nicht aus der Klima. Die macht dermaßen Krach, dass sie erstmal abgeschaltet wurde. Außerdem schafft sie es nicht, den Raum merklich zu kühlen. Was auch verwunderlich ist. Denn der ist so mickrig, ich musste erstmal den Kaffeekram auf den Boden stellen, damit ich den Laptop auf dem Schreibtisch parken konnte. Einen andere Abstellmöglichkeit gibt es nicht. Wir stolpern eigentlich laufend über irgendeinen Tasche oder einen Koffer, weil wir keine Ahnung haben, wo wir den ganzen Kram abstellen sollen, ohne das er im Weg steht. Der dauernde Luftzug über Nacht und die Beleuchtung tun ihr übriges, um meine Halsschmerzen nicht besser werden zu lassen.
Nächste Frechheit: Das Inklusivfrühstück. Laufend ist irgendwas aus. Entweder der Kaffee oder die Teilchen oder gern auch mal beides, Orangensaft gibt es nicht und am Tag unserer Abreise setze ich das halbe Hotel in Bewegung, weil ich die Frechheit besessen habe, nach Kaffeemilch zu fragen. Südländische Gelassenheit auch beim Kofferträger. Der sollte die eigentlich gleich aufs Zimmer bringen, kurz bevor wir zum Dampfer aufbrechen, fehlt er immer noch und als wir zwei Stunden später aus der Stadt zurück sind ist er nach wie vor nicht zu sehen, obwohl Roger nochmal darauf hingewiesen hat, ihn aufs Zimmer zu bringen. Ich hole ihn dann selber, dann bin ich wenigstens sicher, dass er da ist.
Aber wir haben es ja fast geschafft. Frühstück können wir getrost ausfallen lassen, den wir haben Brunch gebucht im Court of Two Sisters. Lecker, wundervolles Innenhofambiente, dezente Livemusik, so kann der Tag beginnen. Wir verlassen Nola mit einem weinenden, wundervolle Stadt, und einem lachenden, grausames Hotel, Auge und geht es weiter zum heutigen Tagesziel nach Pensacola Beach. Herrlicher weißer Sandstrand, angenehme Temperaturen (lediglich das Zimmer hat die Bezeichnung „begehbarer Kühlschrankâ€? verdient) und nicht viel los. Aufgrund meiner Halsschmerzen mache ich zwar einen Bogen um das Wasser, nicht aber um das Bier, das wir uns am Abend im nahegelegenen Crabs genehmigen – und bei der Gelegenheit Bartender Kylan auch noch beibringen, was ein Absacker ist.


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