Tag 3 – Philadelphia
Über New Jersey geht es am Freitag morgen nach Philadelphia – hat nichts mit Frischkäse zu tun, sondern mit Unabhängigkeit. Wir haben zum ersten Mal in den USA einen Bus vom belgischen Busbauer Van Hool und sind auch zum ersten Mal mit Express Transportation unterwegs. Es steht zu befürchten, dass diese bei allen Bussen bei der Ausstattung gespart haben. Es gibt weder Getränkehalter, noch einen Tisch geschweige denn ein Gepäcknetz. Ich wusste gar nicht, dass man derart Essentielles überhaupt abbestellen kann…
Vom Philadelphia Museum of Art schaut man auf die Skyline der von William Penn gegründeten Stadt – oder auf die Fußabdrücke von Rocky, je nachdem, wo man hinschaut. Wir fahren weiter am imposanten Rathaus der Stadt vorbei zur Freiheitsglocke. Die Schlange ist recht lang, Roger stellt uns frei, die Glocke im Rahmen der Mittagspause selbst zu besuchen. Da wir diese aber schon mal gesehen haben gehen wir erstmal die hiesige Spezialität zu Mittag essen: Philly Cheese Steak. Das ist ein Weizenbaguette, in das kleingeschnittenes, angebratenes Rindfleisch kommt, eine Käsesoße und je nach Wunsch noch aller möglicher sonstiger Kram oben drüber. Der Typ, den uns Roger empfohlen hat, ist ein Original, spricht in gebrochenem Deutsch mit einem und verdient seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Cheese Steaks. Das Essen ist lecker und erinnert von der Machart her etwas an Döner.
Der Rest des Tages besteht aus Fahren. Auf direktem Weg geht es in die Hauptstadt der USA, nach Washington D.C., die wie viele Städte in den Staaten auf dem Reisbrett entworfen wurde, im konkreten Fall von einem Franzosen, der angeblich ein Raster zugrunde gelegt hat, das entfernt an Paris erinnern und der Stadt eine klare Struktur geben soll. Aber selbst beim Blick in den Stadtplan will sich diese einem nicht erschließen.
Keine klaren Strukturen gibt es auch im Hotel, das Helix wird uns für zwei Tage beherbergen. Im besten Stil der Popkultur gibt es schrille Farben, Schlangenhaut im Aufzug, Plastiktapeten an den Flurwänden und zum Glück auch WLAN. Das ist zwar kostenlos, aber von erbärmlicher Qualität, den Bits-und-so-Podcast habe ich glaube ich fünfmal versucht zu laden, irgendwann ging es dann doch, auch der Bilderupload zu flickr war eher eine Geduldsprobe.
Abends noch einmal kurz um den Block getigert. In einem der neuen und von Roger schwärmerisch angepriesenen Öko-Supermärkte, dem Whole Foods in der P-Street, haben nicht nur Auswahl und Sortiment, sondern vor allem die Preise so beeindruckt, dass wir uns im 7-Eleven, der direkt neben dem Hotel liegt, mit Getränken versorgt haben.


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