Tag 5 – Winston-Salem
Nichts los in der Stadt hat Roger gesagt – und ja, er hat recht. Wir übernachten in Winston-Salem, einer der Tabakhochburgen von North Carolina, nachdem wir als Alibistop auf unserer sehr fahrlastigen Tagesstrecke am Morgen kurz am Manassas National Battlefield, einem der Schaupätze des amerikanischen Bürgerkriegs, Halt gemacht haben. Man sollte von Manassas als jemand, der außer dem historischen Bezug keinerlei Assoziationen zum Krieg zwischen Nord- und Südstaaten hat, nicht zu viel erwarten. Es ist das, was es schon vor über 200 Jahren war: Eine ungemähte Wiese.
Mittag gibt es in einem etwas anderen Fast-Food-Restaurant: Five Guys. Die Einrichtung ist spartanisch, Holztische, Holzstühle, Fließestrich als Boden, die Wände weiß gekachelt mit einem schmalen Band aus roten und weißen Kacheln, quasi das Corporate Design von Five Guys. Ähnlich sieht es mit der Speisekarte aus: Burger und Hotdogs, dazu Fritten. Das war’s. Aber die Burger suchen, blickt man bewusst nicht über den Fast-Food-Tellerrand, ihresgleichen. Handgeformt aus frischem Rinderhack, vor den Augen der Kundschaft gegrillt und mit dem belegt was man bestellt. Naja, fast. Ich hatte am Ende Tomaten statt Gurken drauf, aber das ist verschmerzbar. Dazu gibt es einen Sack Pommes. Und wenn ich Sack sage, dann meine ich das auch. Burger und eine normale Tüte Fritten kommen in die Tüte und auf die kippt das Personal von Five Guys dann nochmal Pommes, bis die Tüte wirklich voll ist.
In Winston-Salem ist, wie im Rest des Landes auch, Sonntag und die Stadt in der Tat wie ausgestorben. Auch der historische Touristenzoo, in diesem Fall „Old Salem� genannt, hat schon geschlossen und wir müssen vom Hotel bis in die 4. Straße laufen, um auf Menschen zu stoßen. So richtig steppt der Bär hier aber auch nicht. Auf dem Weg dorthin sind wir an zahlreichen verwaisten Parkhäusern vorbeigekommen, die zumindest einen ungefähren Eindruck davon vermitteln, was an einem regulären Werktag in der Stadt los sein dürfte.


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